Madame Tritsch-Tratsch 1913

Kostümführung
Mit Gschichten aus der Seitenblicke – Gesellschaft des Fin de Siecle
„Dass ich mich vorstell: Madame Tritsch-Tratsch von Adabei.
Mich kennt die ganze gute Gesellschaft.
Überall, wo es was gibt, bin i a dabei.

Also dass ich Ihnen erzähl – habens scho ghört?“

Was bewegte die so genannte „Gute Gesellschaft“ in Wien des Jahres 1913? Der sensationelle Jugendstil? Die Eskapaden der Madame Mahler? Der sensationelle Spionagefall, der den gesamten Sicherheitsapparat der Österreichisch-Ungarischen
Monarchie durcheinand gebracht hat? Oder vielleicht das Watschenkonzert im Musikverein?

Das Wien von 1913 tanzte auf einem Vulkan – und bemerkte es nicht…Man klatschte, beklatschte und verteufelte Prominente, man amüsierte sich über die Gschichterln und Gspusis, man bejubelte und entsetzte sich über die Moderne, man diskutierte über Erzherzöge und machte sich über Geldadel und Blutadel lustig.

Madame Tritsch-Tratsch würde heute in allen „Seitenblicken“ erscheinen. Sie ist der Typ von Gesellschaftsdame, die überall auftaucht, überall mitreden will, auch wenn sie manches oft nicht versteht. Sie ist die Köchin in der Gerüchteküche und die
„Stille Post“, die immer gut informiert sein muss, um am Pulsschlag der Neuigkeiten rechtzeitig die Informationen unters Volk zu bringen.