Jugendstil, Secession und die Moderne

Der visionäre Städteplaner Otto Wagner plante, als Verbindung zwischen der Winterresidenz und der Sommerresidenz des Kaisers, also zwischen der Hofburg und Schönbrunn, einen Kaiserboulevard anzulegen. Voraussetzung für den Bau der Stadtbahn war die Regulierung des Wienflusses, dessen breites Überschwemmungsgebiet als kostbarer Baugrund in der Nähe der City zur Verfügung stand – eine städtebauliche Chance, wie sie ein halbes Jahrhundert nur bei der Schleifung der Stadtmauern zur Verfügung stand.

Auftakt zum Kaiserboulevard sollte ein neu gestalteter Karlsplatz sein, dessen Projekte sich jedoch nicht alle verwirklichen ließen. Immerhin gab Otto Wagner mit seinen prachtvollen Stadtbahnstationen eine würdige Antwort auf die Karlskirche des genialen barocken Staatsbaumeisters Johann Bernhard Fischer von Erlach. Antwort auf die mächtige Kuppel der Kirche gibt die goldene Kuppel der Wiener Secession von Joseph Maria Olbrich. Die Künstlervereinigung Secession, für die Gustav Klimt den Beethovenfries schuf, war der Protest gegen den Historismus der Ringstraße. Ihr Motto: „Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit“. Für die Secession schuf Gustav Klimt seinen berühmten Beethovenfries, der nach langen Irrfahrten wieder zu seinem Ursprung zurückgekehrt ist und dessen Besichtigung auch in die Führung integriert ist.



Vom dekorativen Jugendstil führt unser Weg dann auf einem Schleichweg durch den Burggarten mit dem kaiserlichen Glashaus zum Michaelerplatz, wo das „Haus ohne Augenbrauen“ von  Adolf Loos einen Kontrapunkt darstellt. Von dort spannt sich der Bogen in der Fußgängerzone zu Jugendstil und Art déco verschiedener Künstler der Wiener Secession bis in die Moderne des 20. Jahrhunderts.



Treffpunkt:

Karlsplatz, zwischen den beiden  Stadtbahn-Pavillons gegenüber der Karlskirche
Eintritt in die Secession